Lockspeise verschmäht!

So viel Anlass zu Beunruhigung ist im Moment. Aber auch Grund? Das sollte man schon hinterfragen im Zeitalter von facebook, twitter und jeder Menge fake news.

Das Sterben von Fluginsekten zum Beispiel. Bis zu 80% weniger soll es seit den 80er Jahren heute geben. Das sagt jedenfalls eine Veröffentlichung des Entomologischen Vereins Krefeld aus dem Jahr 2013, und eine Studie der Universität Göttingen bestätigt dieses Ergebnis.

Nun habe ich die Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen und so weiterdamals nicht gezählt, aber ich bin entschlossen, das heute zu tun. Zu diesem Zweck stelle ich ein Schälchen gezuckerter Johannisbeeren als Lockspeise auf den Terrassentisch und warte. Warte, warte. Nichts. Täusche ich mich etwa, wenn ich mich zu erinnern meine, wie früher einmal Wespengeschwader ungeladen zu Tisch stürmten, kaum dass der Zwetschendatschi aufgetragen war, als man aufpassen musste, nicht in die Lippe gestochen zu werden, wenn man versehentlich eine Wespe mit aufgegabelt hatte? Nein, ich täusche mich nicht. Dagegen steht dieses Jahr in meinem Tagebuch: April 2018, eine kraftlose Wespe in der Küche auf dem Boden liegend gefunden. Mai 2018: ein Insekt (junge Hornisse? Wespe?) wie betrunken dahintorkelnd auf der Terrasse gesichtet. Juni 2018: eine tote Hummel vom Terrassentisch aufgelesen und im Garten bestattet.

Heute bin ich dankbar, wenn mich eine Mücke sticht.

Eine ausführliche Bibliographie zum Thema findet sich übrigens in der Wikipedia s.v. Insektensterben.

Das wär’s für heute.

Susanne Luecke

 

3 Gedanken zu „Lockspeise verschmäht!

  1. Im Biergarten in Stegen am Ammersee hielt man es in den letzten Jahren vor Mückenschwärmen kaum aus. In diesem Sommer – nicht eine einzige Mücke dort. Feucht und warm genug sollte es eigentlich sein. Schon komisch. Immerhin haben sich heute drei, vier Wespen gezeigt. Mittlerweile ist man für so etwas schon dankbar.

  2. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Kaum Wespen oder Bienen auf unserer Terrasse, nur hie und da einmal eine Hummel, und das obwohl unser wuchernder Garten immer ein Insektenparadies war.
    Im Rückblick erscheint es bizarr, dass noch letztes Jahr besorgte Bürger das Ammerseeufer großflächig mit BTI besprühen wollten, um die Mücken abzutöten.

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