Lockspeise verschmäht!

So viel Anlass zu Beunruhigung ist im Moment. Aber auch Grund? Das sollte man schon hinterfragen im Zeitalter von facebook, twitter und jeder Menge fake news.

Das Sterben von Fluginsekten zum Beispiel. Bis zu 80% weniger soll es seit den 80er Jahren heute geben. Das sagt jedenfalls eine Veröffentlichung des Entomologischen Vereins Krefeld aus dem Jahr 2013, und eine Studie der Universität Göttingen bestätigt dieses Ergebnis.

Nun habe ich die Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen und so weiter Lockspeise verschmäht! weiterlesen

Hier wäre der Staat gefragt.

Das Morgenprogramm von Bayern 5 nimmt sich diese Woche einiger Themen an, die im Streit um die Abschiebung von Flüchtlingen unterzugehen drohen, aber nicht weniger wichtig erscheinen.

Kurz zur Erinnerung (wenngleich vermutlich überflüssig): das Thema, das zur Zeit Nachrichten und Kommentare in den Medien beherrscht und außer Fußball kaum andere Inhalte zulässt, betrifft die Abschiebung von Flüchtlingen und die Sicherung der EU-Außengrenzen.

Passend zu dem Unterfangen von Bayern 5 folgt hier eine Liste von Desiderata, die ich während der letzten Monate in seriösen Portalen gehört, gelesen und festgehalten habe. Investigative Journalisten, Wissenschaftler und seriöse Politiker fassten ihre detaillierten Erkenntnisse jeweils in dem Satz zusammen: „Das wäre Sache des Gesetzgebers“, oder: „Da wäre der Staat gefordert“. Und der?  Die Kanzlerin jedenfalls ist zufrieden, alles sei gut. Freilich, wenn der Staat seine soziale Verantwortung nach und nach an die Privatwirtschaft abgibt, braucht er sich um das Wohlergehen seiner Bürger nicht zu sorgen.
Hier wäre der Staat gefragt. weiterlesen

Selber schießen – leider nicht mehr erforderlich. 100 Jahre Ende des ersten Weltkriegs.

Wie war das doch gleich früher, im Mittelalter, im dreißigjährigen, im siebenjährigen Krieg zum Beispiel?

Da zogen die Kaiser und Könige noch selber in die Schlacht, kämpften wie ihre Ritter (später ihre Soldaten) und starben auch gleich ihnen auf dem Schlachtfeld. Der Staufer Manfred etwa, der Lieblingssohn Kaiser Friedrichs II., ließ 1266 sein Leben bei Benevent, besiegt von Karl von Anjou. Weil ihn der Papst mit dem Kirchenbann belegt hatte, wurde er noch nicht einmal in geweihter Erde begraben. – König Gustav Adolf von Schweden: 1632 kam es vor Lützen, einem kleinen Ort bei Leipzig, zur Schlacht gegen die Kaiserlichen um Ferdinand II. Der schwedische König, der sich trotz seiner Kurzsichtigkeit ins Kampfgetümmel gestürzt hatte und zwischen die feindlichen Stellungen geriet (vielleicht auch wegen des Nebels, der geherrscht haben soll), wurde zunächst angeschossen und schließlich getötet. – Manche gekrönten Häupter haben aber auch Glück oder die nötige Chuzpe bzw. Geistesgegenwart, wie der Preußenkönig Friedrich, genannt der Große. Der soll, als ihm ein Gegner zu nahe gekommen war und gerade die Büchse auf ihn anlegte, dem zugerufen haben: „Er hat ja gar kein Pulver auf der Pfanne!“ Der verdutzte Schütze fiel darauf herein, überprüfte sein Gewehr, und Friedrich nutzte die Zeit, sich aus dem Staub zu machen. Selber schießen – leider nicht mehr erforderlich. 100 Jahre Ende des ersten Weltkriegs. weiterlesen

Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen!

Ein Kapitel aus meinem „Schondorfer Schreibheft“ (in der Gemeindebücherei Schondorf).

Januar  2002. „Für uns ein beunruhigender Jahresanfang. Gestern hörten wir, dass das Gasthaus zur ‚Post‘ drunten am See neben der romanischen Kirche verkauft ist und abgerissen werden soll, samt der Remise, die die Jahreszahl 1906 trägt. Den ganzen Winter Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen! weiterlesen

Also was denn nun – mehr Emotionen oder weniger?

Im November 2014 äußerte der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber  (CSU) in einem Gespräch mit der Illustrierten BUNTE Kritik an seiner Partei. Da fehle es an Engagement und Temperament (so etwa), und das sei wesentlich schuld an der bedenklich zunehmenden Wahlverdrossenheit. Also forderte er expressis verbis „mehr Herz, mehr Emotionen“,  sinngemäß: bewegen Sie, meine Damen und Herren Parteifreunde und -freundinnen, Ihren Arsch, dann werden denselben auch die Bürgerinnen und Bürger bewegen. Also was denn nun – mehr Emotionen oder weniger? weiterlesen

Entspannt ins neue Jahr

Im Folgenden geht es nicht um die großen Katastrophen im Leben, wie sie den Stoff für
Tragödien liefern, sondern um den ganz banalen Alltagsärger, der in der Lage ist, uns für einige Zeit aus dem Gleichgewicht zu bringen. So lange wir am Ende unseren Fuß auf die Brust eines Besiegten setzen können, ist alles gut; was aber, wenn wir die Unterlegenen sind? Freilich, Misserfolge sind nicht unbedingt vorhersehbar, viele wären aber vermeidbar. Das erfordert allerdings ein wenig Umdenken, zumal wenn Sie zu jenen gehören, die sich rigoros einer Selbstoptimierung zu unterziehen gedenken oder sich entschlossen in eine Selbsterkundunsarbeit stürzen wollen. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert.
Entspannt ins neue Jahr weiterlesen