Alle Beiträge von Susanne Lücke

Wir schaffen uns ab

So hat es Christoph Süß einmal in seiner Sendung „Quer“ formuliert, und gemeint hat er damit die künstliche Intelligenz, abgekürzt KI. Nur zur Erinnerung: diese ist einTeilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Letzteres auch künstliches Lernen genannt, abgekürzt KL.

Das Denken ist ja schon lange abgeschafft, nun also auch Wir schaffen uns ab weiterlesen

Viruserkrankung „Bestseller“

Auf Schritt und Tritt, so stellte eine Reporterin des BR fest, stoße man auf der derzeitigen Buchmesse in Frankfurt auf kleine rote Aufkleber mit der Botschaft: SPIEGEL Bestseller.

Lassen wir einmal beiseite, was mich der Geschäftsführer eines deutschen Verlags, dessen Namen ich vorsichtshalber nicht preisgebe, einmal fragte: „Wissen Sie eigentlich, Viruserkrankung „Bestseller“ weiterlesen

Zwischendurch mal Katzenwäsche

Es wird uns ins Gewissen gehämmert: Jeder einzelne ist aufgefordert, verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen, zu denen bekanntlich nicht zuletzt das Wasser gehört.- Duschen Sie immer noch gedankenlos  weiter, weil es sich so gut anfühlt, obwohl Sie schon längst sauber sind? Und verwenden Sie dafür etwa immer noch eine normale Handbrause?
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Was kostet denn so das Pfund CO2?

Das Gefeilsche um die Handelsware CO2 nimmt kein Ende und scheint sich irgendwie im Kreis zu drehen. Immer neue Ideen, neue Vorschläge. Schlagworte: Klimaprämie, Bepreisung des CO2-Ausstoßes, Mobilitätspauschale, Sektorkopplung, CO2Steuer – da geht einem so einiges durch den Kopf. Zum Beispiel: dass im Benzinpreis bereits 63 Prozent Gesamsteuern enthalten sind; die Frage, wie hoch der Meeresspiegel war, als es auf Grönland grünte und vermutlich blühte; ob die Menschen des hohen Mittelalters sich Sorgen machten, weil bis in den hohen Norden hinein Wein und Weizen gediehen; dass der Sommer des Jahres 1130 so trocken war, dass man keine Brücke brauchte, um an das andere Ufer des Rheins zu gelangen, die Donau im Jahr 1135 ebenfalls kein Wasser führte, so dass sie trockenen Fußes zu durchqueren war; dass der Dschadsee 1908 fast vollkommen ausgetrocknet war, und das nicht zum ersten Mal. Doch lassen wir das. Was kostet denn so das Pfund CO2? weiterlesen

Fake news – eigentlich nichts Neues

Fake news bzw. Fakes sind keineswegs so neu, wie manche meinen, erfunden von gewissenlosen Massenkommunikanten in den Social Media. Im Mittelalter waren sie quasi an der Tagesordnung.

Das wohl bekannteste gefälschte, wohl um das Jahr 800 herum entstandene Dokument ist die sogenannte Konstantinische Schenkung, die dem Bischof von Rom Anfang des 4. Jahrhunderts angeblich die Vorherrschaft über die Patriarchate von Konstantinopel, Antiochia, Alexandrien und Jerusalem, zudem schließllich die Herrschaft über ganz Italien und die ganze westliche Welt zuerkannt haben sollte. Fake news – eigentlich nichts Neues weiterlesen

Klima-Gipfelstürmer

Seit mehr als 25 Jahren werden regelmäßig die Gipfel gestürmt, genauer: die Klimagipfel. Die Abschlusserklärung des ersten Weltgipfels in Rio de Janeiro im Jahr 1992 forderte erstmals die Einbindung des Umweltschutzes in alle Politikbereiche, und seit 1995 finden jährlich UN-Gipfeltreffen statt. Auf dem Gipfel angelangt, lässt man seine Blicke über das Land schweifen, findet so manches im Argen und verspricht, bald wieder einen Gipfel zu besteigen. – Auf dem „Autogipfel“ im Kanzleramt in Berlin (24. Juni) ging es schlicht um ein Konzept zur Zukunft der Mobilität.

Ist das Elektromobil die Lösung? „Die Zukunft gehört dem elektrischen Antrieb“ (Mercedes Werbung). Nein, sagt Helmut Becker, der Leiter des Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, in einem Gastbeitrag für das Fernsehnetzwerk n-tv vom 5. Nov. 2018. Die Gründe: Unzureichende Ladekapazität der Batterien; unzureichende und im Vergleich zum Verbrennermotor nicht wettbewerbsfähige Reichweite der tonnenschweren E-Autos; lange Ladedauer selbst an Schnellladestationen; komplizierte weil heterogene Tank-Abrechnungssysteme; völlig unzureichende ländliche öffentliche und vor allem private Ladeinfrastruktur in Form des Besitzes eines Eigenheims mit eigener Ladevorrichtung. Aber vor allem: „E-Autos sind schlicht zu teuer für den Massenmarkt.“ Fazit: „E-Mobilität ist und bleibt absehbar eine Spielwiese für Millionäre, nicht für Millionen.“ Nebenbei: der für das Frühjahr 2020 angekündigte Opel Corsa-E wird für ab knapp 30 000 Euro zu haben sein.

Kein Wunder also, dass „das 2008 formulierte Elektroauto-Ziel der Bundesregierung von einer Million Batteriefahrzeugen bis 2020 … längst als illusorisch

(SPIEGEL online 25. Juni 2019). Die Wahrheit: im Januar 2018 waren in Deutschland ganze 53.861 reine E-Autos angemeldet und 44.419 Plug-In-Hybride (im Gegensatz zu 5 Millionen Neuanmeldungen von Verbrennungsfahrzeugen). Inzwischen sollen nach einer neuen Zielsetzung der Bundesregierung bis 2030 auf deutschen Straßen zehn Millionen Elektro-Pkw unterwegs sein.

Letztlich sei, so wird allenthalben gemahnt, auch jeder einzelne in der Pflicht, sich klimafreundlich zu verhalten. Merkwürdigerweise scheint in allen Diskussionen um Klimakatastrophe und Klimaschutz eines keine Beachtung zu finden: der Motorsport (12 Stunden, 24 Stunden Vollgas!), der eher an versteckten Orten der Kritik ausgesetzt ist. Das Motorsport-Magazin stellte schon 2013 fest, dass sich „wie überall im Motorsport … auch in der Formel 1 die Frage der ökologischen Sinnhaftigkeit“ stelle, denn „die hochgezüchteten Motoren [stießen] ohne die im Straßenverkehr vorgeschriebenen Umweltschutzmaßnahmen 1.500 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Der Durchschnittswert für Straßenwagen liegt bei 160-170 Gramm.“

Die Formel 1 ist allerdings nur eine von 140 Rennserien weltweit, und zu den Autorennen kommen noch einige weitere lautstarke Umweltschädlinge: Kartrennen, Motorbootrennen, Motorradrennen (davon weltweit 59 Straßenrennen), dazu etliche Wettbewerbe mit Spezialfahrzeugen wie Traktoren, Lastkraftwagen (Truck Racing) oder Flugzeugen. Fast hätten wir vergessen: Die Kreuzfahrtschiffe. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat errechnet, dass ein Kreuzfahrtschiff pro Tag so viel CO2 ausstösst wie fast 84.000 Autos, so viel Stickoxide wie etwa 42.1200 Autos, so viel Feinstaub wie etwa über 1 Million Autos und so viel Schwefeldioxid wie gut 376 Millionen Autos.

Seien wir gespannt auf den nächsten Klimagipfel ‒ im Dezember dieses Jahres in Santiago de Chile!

Das wär’s für heute.

Susanne Luecke

[gilt]

Ein Fußtritt – gute alte Tradition der SPD

Vor einer Woche hatte Andrea Nahles ihre Parteispitze wissen lassen: „Die Diskussion in der Fraktion und die vielen Rückmeldungen aus der Partei haben mir gezeigt, dass der zur Ausübung meiner Ämter notwendige Rückhalt nicht mehr da ist.“

Zufällig fiel mir dieser Tage die erste Nummer von DER SPIEGEL vom 4. Januar 1947 in die Hand. Hier ist auf Seite 3 in einem Artikel ohne Autorenangabe – Die bayrische Kompro-Mißgeburt – zu lesen:

„So wurde in den Reihen der CSU der Vorschlag gemacht, eine Aktionsgemeinschaft zwischen der ‚altbayrischen‘ CSU und der ‚altbayrischen‘ SPD herzustellen (der ‚königlich-bayrischen SPD‘ Wilhelm Högners). Högner steht allerdings ziemlich ohne Rückendeckung da, auf der letzten Landestagung seiner eigenen Partei beklagte er sich bitter darüber, daß sie ihm zum Dank für ein Jahr Arbeit lediglich einen Fußtritt hätte zuteil werden lassen.“

Andrea Nahles hat es vorgezogen, dem Fußtritt zuvor zu kommen.

Das wär’s für heute.

Susanne Luecke