Archiv der Kategorie: Allgemein

Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen!

Ein Kapitel aus meinem „Schondorfer Schreibheft“ (in der Gemeindebücherei Schondorf).

Januar  2002. „Für uns ein beunruhigender Jahresanfang. Gestern hörten wir, dass das Gasthaus zur ‚Post‘ drunten am See neben der romanischen Kirche verkauft ist und abgerissen werden soll, samt der Remise, die die Jahreszahl 1906 trägt. Den ganzen Winter Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen! weiterlesen

Also was denn nun – mehr Emotionen oder weniger?

Im November 2014 äußerte der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber  (CSU) in einem Gespräch mit der Illustrierten BUNTE Kritik an seiner Partei. Da fehle es an Engagement und Temperament (so etwa), und das sei wesentlich schuld an der bedenklich zunehmenden Wahlverdrossenheit. Also forderte er expressis verbis „mehr Herz, mehr Emotionen“,  sinngemäß: bewegen Sie, meine Damen und Herren Parteifreunde und -freundinnen, Ihren Arsch, dann werden denselben auch die Bürgerinnen und Bürger bewegen. Also was denn nun – mehr Emotionen oder weniger? weiterlesen

Fasten leicht gemacht.

Die 40tägige Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist die ideale Gelegenheit, sich etwas aufzuerlegen, was einem total gegen den Strich geht. Zum Jahresanfang hat das etwas mit guten Vorsätzen zu tun und ist dazu angetan, die erste Niederlage im neuen Jahr heraufzubeschwören, denn nicht jeder, stellen wir zerknirscht fest, Fasten leicht gemacht. weiterlesen

Entspannt ins neue Jahr

Im Folgenden geht es nicht um die großen Katastrophen im Leben, wie sie den Stoff für
Tragödien liefern, sondern um den ganz banalen Alltagsärger, der in der Lage ist, uns für einige Zeit aus dem Gleichgewicht zu bringen. So lange wir am Ende unseren Fuß auf die Brust eines Besiegten setzen können, ist alles gut; was aber, wenn wir die Unterlegenen sind? Freilich, Misserfolge sind nicht unbedingt vorhersehbar, viele wären aber vermeidbar. Das erfordert allerdings ein wenig Umdenken, zumal wenn Sie zu jenen gehören, die sich rigoros einer Selbstoptimierung zu unterziehen gedenken oder sich entschlossen in eine Selbsterkundunsarbeit stürzen wollen. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert.
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„Lasst alle Hoffnung fahren!“, Teil 2

Noch ein unrühmliches Kapitel für deutsche Politiker und Diplomaten: der Fall der Elisabeth Käsemann, Tochter des Theologieprofessors und Mitglied der „Bekennenden Kirche“ Ernst Käsemann. Sie studierte in den sechziger Jahren Soziologie und Politikwissenschaften in Berlin und ging im Rahmen ihres Studiums als Praktikantin nach Lateinamerika, zunächst nach Bolivien, 1970 nach Buenos Aires. Die große Armut und Ungerechtigkeit in diesem Land berührten sie so, dass sie beschloss, dauerhaft in Argentien zu leben und sich für eine soziale Revolution einzusetzen. Doch die 1976 eingesetzte Militärdiktatur durchkreuzte ihre Pläne und wurde ihr schließlich zum Verhängnis. Mit anderen Gleichgesinnten wurde sie 1977 inhaftiert, gefoltert und noch im selben Jahr durch vier Pistolenschüsse in Rücken und Genick ermordet. „Lasst alle Hoffnung fahren!“, Teil 2 weiterlesen

„Lasst alle Hoffnung fahren!“

„Lasciate ogni speranza“ – lasst alle Hoffnung fahren! Diese Botschaft gibt Dante in seiner Göttlichen Komödie den zu ewiger Hölle Verdammten mit auf den Weg.

An die Hölle glauben wir heute ja nicht mehr, oder? Es gibt sie aber doch – dann und wann, da und dort, wenn auch nicht tief drin in der Erde, wo sie sich das Mittelalter dachte, sondern an ihrer Oberfläche, zum Beispiel (Nummer eins) in Chile von 1961 bis 1988, oder (Nummer zwei) in Argentinien in den 70er Jahren. Warum mir das ausgerechnet jetzt einfällt? Weil es aktuell um das Schicksal von vielen in der Türkei (wegen nicht nachvollziehbarer Vergehen) inhaftierten Journalisten und Menschenrechtlern geht. Unter den elf Untersuchungshäftlingen deutscher Staatsbürgerschaft ist auch die junge Übersetzerin Mesale Tolu, die mit ihrem zweijährigen Sohn seit April in einem türkischen Untersuchungsgefängnis einsitzt. „Lasst alle Hoffnung fahren!“ weiterlesen