Zwischendurch mal Katzenwäsche

Es wird uns ins Gewissen gehämmert: Jeder einzelne ist aufgefordert, verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen, zu denen bekanntlich nicht zuletzt das Wasser gehört.- Duschen Sie immer noch gedankenlos  weiter, weil es sich so gut anfühlt, obwohl Sie schon längst sauber sind? Und verwenden Sie dafür etwa immer noch eine normale Handbrause?

Schauen wir mal zurück. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die bewegliche Handbrause von breiteren Volksschichten überhaupt genutzt wurde, noch länger – nämlich bis 1989 – bis die Duschkabine die altbewährte Badewanne so gut wie verdrängt hat.

Früher hieß es einmal: täglich Katzenwäsche, einmal in der Woche baden. Schon das Jahr 1883 verzeichnete jedoch einen „markanten Wendepunkt in der Geschichte der privaten Sauberkeit“ (Quelle: Klaus Kramer, Das private Hausbad 1850 bis 1950, Klaus Kramer Verlag 1997). Damals wurde in der „Allgemeine[n] deutsche[n] Ausstellung für Hygiene und Rettungswesen“ in Berlin zum ersten Mal die Brause als eigenständige und billigste (!) Badeform der Bevölkerung vorgestellt. 1928 kam eine Handbrause mit Porzellangriff, die der heutigen vergleichbar ist, auf den Markt, aber erst 1952 trat dieses Gerät zur persönlichen Reinigung seinen internationalen Siegeszug an, und zwar mit der Erfindung der verstellbaren Brausestange.

Natürlich hängt der Wasserverbrauch von Duschdauer und Wasserdurchfluss ab, feststeht aber, dass sich ein Sparduschkopf schon mal mit 7,2 Litern pro Minute begnügt, während ein herkömmlicher 12 Liter und mehr verbraucht.

Wasser sparen ginge aber auch noch anders, zum Beispiel durch Duschverzicht! Die Hälfte der entsprechenden Ressourcen ließen sich ohne weiteres einsparen – nicht etwa, indem wir vom 1. Januar bis zum 30. Juni täglich duschen, in der zweiten Jahreshälfte kein einziges Mal. Nein: nur jeden zweiten Tag duschen, dazwischen Katzenwäsche! Macht 50 Prozent Ersparnis. Ginge doch.

Das wär’s für heute.

Susanne Luecke

2 Gedanken zu „Zwischendurch mal Katzenwäsche

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