UN-Klimagipfel, der fünfundzwanzigste

Klimawandel, Klimakatastrophe, Klimanotfall, Klimanotstand (Begriff unter Kritik!), Klimapaket, Klimaschutz – wir wollen endlich wissen, was es damit auf sich hat. Zunächst, sine ira et studio, die blanken Fakten.

Dass es in großen Zeitabständen im Laufe der Erdgeschichte immer einen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten gegeben hat, ist eine Tatsache. Hier einige relevanten Daten im Zeitraffer.

Im Holozän erkennt man eine Mittlere Wärmezeit, das sogen. Atlantikum (etwa 6000 bis 3000 v. Chr.), „die lange bevor der Mensch stärkeren Einfluss auf die Natur nehmen konnte mit Abstand wärmste und gleichzeitig längste Phase des Holozäns.“ (Wolfgang Behringer, Kulturgeschichte des Klimas, 7. Aufl. 2019). In dieser 3000 Jahre umfassenden Zeitspanne lagen die Temperaturen um 2 bis 3 Grad Celsius höher als im ausgehenden 20. Jahrhundert, und die Gletscher schmolzen weitgehend ab.

Vom 1. Jahrhundert bis etwa 400 n. Chr. (was grob der römischen Kaiserzeit entspricht) herrschte eine Wärmephase, die den Meeresspiegel ansteigen ließ und den Anbau von Wein und Weizen bis hoch in den Norden, bis Nord- und Ostee und selbst Schottland ermöglichte, woran sich eine kältere und feuchtere Phase anschloss, die im Norden um 750 endete, auf dem europäischen Kontinent im 9. Jahrhundert. Um 900 beginnt das, was man die Mittelalterliche Warmzeit nennt, die bis um 1400 anhält. Die 1180er Jahre gelten als die wärmste bekannte Winterdekade überhaupt; in Straßburg blühen im Januar 1187 die Bäume. Klimaextreme in der anderen Richtung sind allerdings auch in der Warmzeit nicht ausgeschlossen: 1010/1011 z.B. führt der Nil Eis, aber im Sommer des Jahres 1022 verdursten und „ersticken [in Nürnberg] die Menschen auff den Straßen“, 1130 ist der Sommer so trocken, dass man durch den Rhein von einem Ufer ans andere waten kann, 1135 ist die Donau ausgetrocknet, und man beginnt in Regensburg, die Fundamente für die spätere steinerne Brücke zu legen. Andreas Raselius [Komponist und Verfasser einer Stadtbeschreibung von Regensburg] berichtet 1598: „Da man aber zelt von Christi, unsers lieben Herrn geburtt 1135, ist, wie neben Aventino [der Historiker Johannes Aventinus] auch andere historici melden, gar ein heisser und durer sommer gewesen. Die berg und wäldt brunnen, die bäch dorreten auß; …. Dises jahr hatt der dazumal allerreichist furst herzog Heinrich der 10. … mitsambt den burgern zu Regenspurg die Steiner bruckh daselbst uber die Thonaw gebaut.“ (Zitiert nach Eberhard Dünninger, Weltwunder Steinerne Brücke, 1996, p. 16)

Zwischen 1261 und 1310, dann zwischen 1321 und 1400 erlebte Mitteleuropa „die längsten Phasen anhaltender sommerlicher Wärme“ (Behringer, a.a.O., p. 105).

Alte Quellen berichten nicht zuletzt auch von den Nachteilen dieses Klimawandels, etwa der Ausbreitung der Malaria auch im Norden oder von Heuschreckenschwärmen, die die Ernte vernichten.

Soweit also die markantesten Fakten, wie sie mit den technischen Mitteln unserer Zeit ermittelt werden konnten. Dabei handelt es sich um ein interdisziplinäres Zusammenwirken, genauer die Summe der Forschungsergebnisse von Klimahistorikern, Paläoklimatologen, Ozeanologen, Glaziologen, Vulkanologen, Archäologen, Paläobotanikern und Paläozoologen.

Die entscheidende aktuelle Frage ist, wie diese Fakten zu interpretieren sind, bzw. wodurch oder von wem sie beeinflusst wurden und werden. Zu dieser spannenden Frage demnächst in einer Fortsetzung.

Das wärs für heute.

Susanne Luecke

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